Tag 18 Hirtshals – Fähre Kristiansand -Bus nach Lindesnes.

Besser kann ein Tag kaum beginnen. Ich wache um 5 Uhr auf, erledige mein morgendliches Geschäft und rasiere mich ein letztes mal für lange Zeit. Ich packe den Rest zusammen und was ich nicht brauchen kann lass ich einfach in der Hütte zurück. . Dann um kurz nach 7 mache ich mich mit Sack und Pack auf zur Rezeption, wo ich mir die Buchungsbestätigung ausdrucken lasse und den freundlichen Leuten vom Empfang auf Wiedersehen und einen großenDank ausspreche, weil sie mein Fahrrad kostenlos für mich aufbewahren. Die liebe Dame die sich bereit erklärte, mich zum Fähranleger mitzunehmen, ist auch schon da. Sie tankt noch Wasser in ihren Wassertank vom Camper und schon starten wir Richtung Hafen. Die kurze Fahrt war äußerst amüsant. Haben viel gelacht. Sie hat mich, nachdem wir schon vor dem Check In für Fahrzeuge standen, extra nochmal zum weiter entfernten Terminal gefahren. Hierfür nochmal vielen Dank an die Gute. Ich wünsch ihr eine gute Reise nach Langesund. Nun sitz ich hier und warte bis ich um 9 uhr einchecken kann und um 11:45 hier ablege. Ist ne lange Wartezeit, aber besser als die 6 km vom Campingplatz zum Hafen zu laufen. (sagt der, der 2600 km zum Nordkap laufen will🤣)Mit der Highspeedfähre bin ich in ca. 2½ Std übern Bach rüber. Um 11:10 Uhr kommt der Schuttlebus, der die Fußpasagiere zum Anleger abholt und pünktlich um 11:45 Uhr heißt es Leinen los. Das Boot ist zwar schnell und man merkt kaum Wellenbewegung aber die Luft hier drin ist zum schneiden. Was ist das dür ein Schiff wo es kein Außendeck gibt? Würd ich nicht nochmal buchen. Doch punkt 14 uhr legen wir an und 15 min später bin ich schon von Bord gegangen. Mein schwerer Rucksack möchte wieder zurück. Beharrlich zieht er mich in die entgegengesetzte Richtung. Aber ich bin halt ein sturer Bock und irgendwann gibt er nach. Mein erster Weg fürt mich zum norwegischen DNT, dem Wanderverband der außer Hütten auch noch einige Shops unterhält. Ich brauche neue Wanderstöcke. Denn die alten hängen ganz friedlich zu Hause an der Garderobe. Will nicht sagen, dass ich vergesslich bin, ich hätte irgendwann eh ein paar neue gebraucht. Die alten hab ich schon seit 2008 und bin zwei Caminos mit denen gegangen. Nicht mitgezählt, die vielen Touren zu Hause rum. Die haben sich ihren Ruhestand redlich verdient! Nachdem ich beim DNT fündig wurde und ich mir richtige Hightechstöcke gekauft hab (als DNT-Mitglied gab’s noch etwas Rabatt) bin ich gleich rüber zum Busbahnhof und 15 Minuten später saß ich schon im Bus Richtung Lindesnes, d.h. erstmal ging es nur bis Mandal. Dort angekommen, hieß es 45 min auf den Bus nach Vigeland zu warten. In Vigeland angekommen dachte ich zunächst, wenn das so weitergeht, dann bin ich in einer Std in Lindesnes. Doch weitgefehlt! In Vigeland waren sie grad dabei die Bürgersteige hochzuklappen. Ich fragte ein junges Paar ob sie wüssten ob heute noch ein Bus nach Lindesnes fährt. Das Mädel meinte, dass es schon arg spät sei und ich wohl bis morgen warten müsse. Sie fragte einen Busfahrer, der grad da stand ob er wisse wann der nächste fahren würde. Er sagte dass heute nix mehr geht, er aber Feierabend hat und in Ramsland wohnt und er mich bis dorthin mitnehmen kann. Und so kam es dass ich quasi als Anhalter in einem Bus mitfahre und dieser mich bis 7 km vor mein Ziel mitnahm. Ich bedankte mich ganz überschwenglich bei dem Fahrer und hab heut zum erstenmal die norwegische Hilfsbereitschaft kennenlernen dürfen. Bis zum Campingplatz waren es noch gut 5 km über Straße zu laufen, aber das sollte mich nicht weiter stören. Schließlich hab ich ab morgen gute 120 Straßenkilometer vor mir, bis ich ins erste Fjell abtauchen kann. Es war eigentlich kein Problem bis auf einen Italienischen PKW-Fahrer und ein „German Wohnmobil“ mit MYK Kennzeichen. Der Italiener zeigte mir den Vogel, weil ich zu Fuß auf einer Straße ging und der deutsche sah überhaupt nicht ein, dass er wegen mir abbremsen geschweige denn ausweichen sollte. Er hielt voll drauf zu. Diesmal kam der Vogelzeig von mir. Kurz nach dem Italiener kam mir eine Norwegerin entgegen, winkte und zeigte Daumen hoch. Ich könnt mich glatt in dieses Land verlieben. Die nächsten die mir entgegen kamen, waren zwei Wanderer, die eine weiblich, der andere männlich. Sie ist schon paar Tage unterwegs und er grade dazugestoßen. Beide sind auch zu Norge på langs aufgebrochen. Nach einem kurzen Hallo und Tschüß kam ich dann nach einer 5 km-Tour auf dem Campingplatz an. Das waren meine ersten zaghaften NPL-Schritte.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s