Tag 20 Spangereid – Lyngdal 18 km

heute morgen bin ich frühzeitig wieder aufgewacht. Ist ja kein Wunder, denn um Mitternacht wird es grad mal dunkel und um 4 uhr schon wieder hell. Ich mach mich langsam fertig gehe noch duschen, aber diesmal eiskalt, da ich immer noch kein Bargeld habe. Ist hier im Land der Kreditkarten auch schwer zu besorgen. Der nächste Automat ist noch 18 km entfernt, an meinem heutigen Zielort. Also mache ich mich um 9 Uhr nach dem Frühstück und der 2. Tasse Kaffee marschbereit. Es geht ereignislos über enge Landstraße, die für Motorradfahrer ein wahrer Genuss sind. Entsprechend ist die Strecke frequentiert. Am Lennefjorden komm ich mit einem deutschen Paar ins Gespräch. Beide sind sie zum Angeln hier und prompt fängt der Mann seinen ersten Fisch. Eine Makrele. Im Supermarkt hätte ich die sofort erkannt, geräuchert und filletiert…aber so in Natura ist das ganz was anderes. Es geht danach gleich heftig zur Sache. Die Straße steigt steil an und geht genauso steil wieder runter. Ein Radfahrer der mir entgegenkommt hält an und fragt wo ich hingehe. Erfreut über die Pause berichte ich stolz von meinem Vorhaben. Er ist hocherfreut und sagt dass er vor drei Jahren an gleicher Stelle schonmal einen NPL-Läufer kennengelernt hat. Der sei aber im Winter am Nordkap mit Skier und Pulka gestartet und hätte auch schon ein Buch drüber geschrieben. Ob ich ihn kennen würde. Der Name war mir nicht bekannt. Eine Joggerin gesellte sich zu uns dazu und der gute erzählte ihr, dass ich zum Nordkap unterwegs sei. Sie fragten woher ich komme, kannten Brotdorf aber nicht -wohl aber Saarbrücken und Trier und ordneten die beiden Städte zu Norddeutschland ein. Ich machte mich alsbald davon und ließ die beiden alleine. Die joggende Hausfrau holte mich kurz drauf wieder ein und erklärte mir dass es einen Waldweg nach Lyngdal gibt der etwas länger wäre aber dafür besser zu laufen. Ich auf den Waldweg abgebogen und der Weg war nicht nur longer wie sie auf englisch erzählte, er war auch sehr viel higher wie ich auf englisch bemerkte. Aber dafür war der Weg hundert mal schöner als der über die Straße. Er führte noch ein ganzes Stück am Lennefjord entlang und wechselte mit Wald und Felsgegenden ab. Wunderschön war’s. Meine Pause fiel dementsprechend lange aus. Doch so am Schluss plagten mich Zweifel ob ich die Etappe überhaupt schaffe, so geplättet war ich. Dann kam auch schon Lyngdal in Sicht und der letzte Kilometer führte dann wie gehabt über die Straße und zum Campingplatz waren es dann nur noch ein paar hundert Meter. Vor dem Platz ist ein Supermarkt und dort im Vorraum wird Eis verkauft. Leckeres norwegisches Eis. Ich staunte nicht schlecht, dass ich für die Kugel 2,20€ bezahlen sollte. Hatte ich mir doch drei Stk davon geholt. Sie drückte mir das Eis in die Hand und ich ihr meine Karte. Dann die Überraschung. Zahlung abgelehnt, zweite Karte dasselbe. Die Dame, die mir das Eis verkaufte, sagte dass ich ja morgen bezahlen kann sobald ich Bargeld in der Tasche habe. Aber bis zur Bank sind es gute 2 Kilometer und dazu hab ich nun gar keine Lust, heute noch dahinzulaufen. Dann mach ich es morgen wie die Eisdealerin zu mir gesagt hat. Ich hatte schon Bammel, dass mit der Karte was nicht stimmt, doch an der Rezeption zum Campingplatz funktionierte das Teil wieder. Wieder zurück in den Laden, erneuter Versuch und wieder nix. Na dann werd ich morgen halt 2 extra Kilometer machen müssen.

Ach ja, heute morgen hab ich es doch glatt auf die Titelseitte der Saarbrücker Zeitung geschafft. Gleich neben der Altkanzlerin. Hätte man sie nicht woanders platzieren können? Nein lassen wir das. Ich möchte hier keine Diskussionen anfachen.🤣😃

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