Nachtrag vom 11.6. Tag 28 Tag 10 NPL Skarsvassbuhytta – Grunetjørnsbuhytta 14 km

Heute lass ich mir Zeit mit dem Aufstehen. Schließlich sind es ja „nur“
14km bis zur nächsten Hütte. Aber diese 14km haben es in sich! Gestern dachte ich noch, ich brech gleich ab, heute merke ich, dass meine
Kondition zurück ist. Nur der linke Oberschenkel schmerzt etwas. Muss ihn mir gezerrt haben, als ich gestern im Modder ausgerutscht und der
Länge nach hingeflogen bin. Nicht in den Matsch. Ich konnte mich
rechtzeitig wegdrehen, sodass ich ins nasse Gestrüpp gerutscht bin. Pest
oder Cholera standen zur Wahl.
Nach wenigen Kilometern endet der Weg vor einer sehr hohen Felswand.
zumindest war die rote Markierung nicht dort, wo ich sie mich erwünscht
hätte. Rechts neben der Wand geht es einen Hang hinauf der etwas mit
Hecken bewachsen ist. Nicht ganz so steil wie die Wand aber fast! Eben
fast! Mit einen Stöcken komm ich da nie hoch, also die Teile erst mal
zusammengefaltet, am Rucksack verstaut und schon geht es – Louis Trenker
Style – zum Gipfel auf. Bloß nicht nach unten schauen ist  meine Devise.
Und wer mich kennt, weiß dass mir schon auf einem Stuhl schwindelig
wird. Nach 4h überholen mich die Franzosen in einem faszinierenden
Tempo. Der Alte vorneweg. Ich frage ihn ob der der Legion angehöre aber
er meint (etwas mitleidig) dass er nur in den Pyrenäen wohne.
Nicht weit am Seeufer machen sie ihre Mittagspause. Ich ziehe weiter und
denke dass die mich bald wieder einholen werden.
Nach etlichen Auf- und Abstiegen, vielen Sumpf- Hecken- und
Gesteinskilometern mache ich auf den letzen Kilometern eine kleine
Pause. Dann waren die Franzosen auch schon da aber ohne Papa. Der kommt
etwa 15min später angerauscht, wie am Tag zuvor. Als ich dann auch an
der Hütte ankomme, sehe ich dass das junge Paar die Nebenhütten bezogen
hat und der Papa meinte dass ich das größere Haupthaus beziehen kann.
Mir solls recht sein, dann hab ich heute mal die Hütte für mich alleine.
Nach dem Waschgang, der Sucht nach Süßem und dem Essen (Köttbullar aus
der Dose, eine Dose Erbsen und Möhren plus Uncle Ben’s Beutelreis zu
einem Eintopf gemischt) mache ich es mir auf der Couch bequem.
Gegen 21.30 Uhr vernehme ich Kinderstimmen. Erst denke ich, ich habe
geträumt aber da waren wirklich welche! Plötzlich stehen sie im Raum und
erschrecken sich ziemlich als sie mich sehen. Hintendrein stiefeln 2
Männer in die Stube und freuen sich dass der Ofen angeheizt und die
Stube schön warm ist. Es sind zwei Väter die mit ihren Töchtern einen
Wochenendtrip in die Wildnis unternehmen wollten, sich aber völlig
verschätzt hatten und seit 10 Stunden unterwegs seien. Bei den Mädels
keine Spur von Ermüdung – anders als die Papas. Alsbald beziehen sie
ihre Betten und ich Meins. Vorsichtshalber stecke ich mir noch die
Ohrstöpsel in die Gehörgänge und schlummere auch schon bald weg.

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